Brücke über den Berthold-Beitz-Boulevard eröffnet

 

Lange haben wir darauf gewartet, heute (10.06.) war es endlich soweit.

RVR, Land NRW und Stadt haben die neue Brücke als Teil des zukünftigen Radschnellweges RS1 eröffnet.

 

Die Brücke über den Berthold-Beitz-Boulevard in Essen am Tag der Eröffnung am 10. Juni 2021. © RVR/Wiciok

Die längste Fuß- und Radwegbrücke in NRW, die ohne Stützpfeiler auskommt, ist nun befahr- und begehbar. Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat das 82 Meter lange neue Bauwerk zwischen Krupp-Park und der Universität Essen auf der ehemaligen Trasse der Rheinischen Bahn, dem späteren Radschnellweg Ruhr (RS1), gebaut.

Mit Hilfe der Förderung des Landes NRW und Eigenmitteln konnte dieser wichtige Lückenschluss über den stark frequentierten Berthold-Beitz-Boulevard realisiert werden.

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel, Oberbürgermeister Thomas Kufen sowie RVR-Beigeordnete Nina Frense haben die neue Brücke heute (10. Juni) eröffnet.

Die Landesregierung stärkt das Fahrrad als klimafreundliches Verkehrsmittel für eine bessere, sichere und saubere Mobilität. Dank E-Bikes und Pedelecs wird das Fahrrad auch zu einem Verkehrsmittel für Pendler, weil auch längere Strecken bequem zurückgelegt werden können. Dazu braucht es eine bessere Infrastruktur. Mit der neuen Brücke über den Berthold-Beitz-Boulevard schließen wir eine wichtige Lücke auf dem RS1. Das Land unterstützt das gerne

sagte Verkehrsminister Hendrik Wüst.

RVR-Direktorin Karola Geiß-Netthöfel betont:

Das moderne, künstlerisch inszenierte Bauwerk ist ein Aushängeschild für das regional-touristische Konzept der Metropole Ruhr. Gleichzeitig stärkt es als wichtiger Baustein des Radschnellwegs Ruhr den Alltagsradverkehr in unserer Region. Auch künftig werden wir Brücken für die Menschen im Ruhrgebiet schlagen, in dem wir die umweltfreundliche Mobilität weiter ausbauen und damit die Lebensqualität entscheidend verbessern.

Thomas Kufen, Oberbürgermeister der Stadt Essen, unterstreicht:

Der Bau der Brücke über den Berthold-Beitz-Boulevard ist ein guter Schritt in die richtige Richtung. Sie ergänzt unser Engagement, das Rad- und Fußwegenetz in Essen auszuweiten. Rad- und Fußgängerwege wie die Brücke über den Berthold-Beitz-Boulevard ermöglichen nicht nur Fahrten von A nach B. Sie verbessern den Weg zur Arbeit, steigern den Freizeitwert, die touristische Anziehungskraft und die Aufenthaltsqualität in unserer Stadt.

RVR-Beigeordnete Umwelt Nina Frense hebt hervor:

Die Bürger*innen steigen vom Auto auf’s Rad um, wenn es schneller, praktischer und sicherer ist. Mit dem Ausbau attraktiver Radwege heben wir das Potenzial der kurzen Wege von Stadt zu Stadt durch die Natur und kommen einer klimaneutralen Metropole Ruhr ein Stück näher.

 

Die neue Stahlbrücke kann auf mehr als sechs Metern Breite genutzt werden. Sie kommt ohne Mittelstütze aus, damit der vorhandene Mittelstreifen künftig auch als Straßenbahntrasse genutzt werden kann. Die Brücke ist eine Verbundkonstruktion mit Stahlbetonwiderlagern und Stahlverbundfertigteilen. Das bedeutet, sie hat keine Verschleißteile wie Lager und Fahrbahnübergänge und ist damit wartungsarm. Die Fahrbahndecke ist asphaltiert. Um die Sicherheit aller Nutzerinnen und Nutzer zu gewährleisten, wird der vier Meter breite Radweg durch einen Trennstreifen von dem zwei Meter breiten Fußweg abgeteilt. Die Brücke erfüllt somit die Qualitätsstandards für Radschnellwege.

Während der gesamten Bauzeit musste der Verkehr nur an einem Wochenende gesperrt werden, an dem die drei, jeweils 70 Tonnen schweren Brückenteile mittels zwei Kränen und weiteren Fahrzeugen auf die fertig betonierten Widerlagerwände an beiden Straßenseiten gelegt und zusammenmontiert wurden. Über 1.500 Kubikmeter Beton, rund 280 Tonnen Stahl und 2.700 Kopfbolzendübel wurden eingebaut.

Anerkannte Graffiti-Künstler haben das Bauwerk mit naturnahen Motiven und Farben in Szene gesetzt und so einen weichen Übergang zum anliegenden Krupp Park geschaffen. Die Brücke passt sich den Farbnuancen des Radschnellwegs Ruhr und des RVR-Designs an. Die künstlerische Inszenierung soll die Brücke auch vor Vandalismus schützen.

Das Bauwerk sorgt dafür, dass Radfahrer und Fußgänger sicher und zügig über den Berthold-Beitz-Boulevard in Essen gelangen. Bislang mussten Radfahrer, die den Radschnellweg Ruhr zwischen Essen und Mülheim an der Ruhr nutzen, die Trasse der ehemaligen Rheinischen Bahn verlassen und den stark frequentierten Berthold-Beitz-Boulevard überqueren. Die Brücke ist ein wichtiger Lückenschluss auf dem RS1.

Die Kosten für Planung und Bau belaufen sich auf rund 3,1 Millionen Euro. Das Land NRW übernimmt 80 Prozent der Aufwendungen im Rahmen des Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramms (RWP). Der Regionalverband Ruhr steuert Eigenmittel in Höhe von 600.000 Euro bei.

Nach der Eröffnung mit Landesverkehrsminister, Regionaldirektorin und Oberbürgermeister müssen sich Land, RVR und Stadt dringend um die vielen Planungsprobleme kümmern, die es beim Weiterbau des RS 1 nach Osten gibt. Dafür demonstrierte heute zu Recht der Arbeitskreis Bürgerradweg, die Initiative 25% sowie weitere Aktive von ADFC und aus der Essener Fahrradcommunity. Es war schon erstaunlich, wie viele Leute überwiegend mit ihrem Rad an den Absperrungen der Brücke warteten, um sie gleich in Betrieb zu nehmen. Der Radweg und die Brücke werden super angenommen!


https://essen.adfc.de/neuigkeit/bruecke-ueber-den-berthold-beitz-boulevard-eroeffnet

Häufige Fragen von Alltagsfahrern

  • Was macht der ADFC?

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. (ADFC) ist mit bundesweit mehr als 190.000 Mitgliedern, die größte Interessenvertretung der Radfahrerinnen und Radfahrer in Deutschland und weltweit. Politisch engagiert sich der ADFC auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene für die konsequente Förderung des Radverkehrs. Er berät in allen Fragen rund ums Fahrrad: Recht, Technik, Tourismus.

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  • Was bringt mir eine ADFC-Mitgliedschaft?

    Radfahren muss sicherer und komfortabler werden. Wir nehmen dafür – auch Dank Ihrer Mitgliedschaft – nicht nur Einfluß auf Bundestagsabgeordnete, sondern setzen uns auf Landes- und Kommunalebene für die Interessen von Radfahrern ein. Für Sie hat die ADFC Mitgliedskarte aber nicht nur den Vorteil, dass wir uns für einen sicheren und komfortablen Radverkehr einsetzen: Sie können egal, wo Sie mit Ihrem Fahrrad unterwegs sind, deutschlandweit auf die AFDC-Pannenhilfe zählen. Außerdem erhalten Sie mit unserem zweimonatlich erscheinenden ADFC-Magazin Information rund um alles, was Sie als Radfahrer politisch, technisch und im Alltag bewegt. Zählen können ADFC-Mitglieder außerdem auf besonders vorteilhafte Sonderkonditionen, die wir mit Mietrad- und Carsharing-Anbietern sowie Versicherern und Ökostrom-Anbietern ausgehandelt haben. Sie sind noch kein Mitglied?

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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

    Wir können die Frage eindeutig bejahen, wobei wir Ihnen die Auswahl dennoch nicht leicht machen: Der ADFC-Radurlaubsplaner „Deutschland per Rad entdecken“ stellt Ihnen mehr als 165 ausgewählte Radrouten in Deutschland vor. Zusätzlich vergibt der ADFC Sterne für Radrouten. Ähnlich wie bei Hotels sind bis zu fünf Sterne für eine ausgezeichnete Qualität möglich. Durch die Sterne erkennen Sie auf einen Blick mit welcher Güte Sie bei den ADFC-Qualitätsradrouten rechnen können.

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